Vorträge zum FIW Forschungstag 2016

1. Grundlagen

 

Roland Schreiner1.1 Bestimmung des Emissionsgrades von Oberflächen aus Messungen im Zweiplattenapparat

Inhalt

Vorstellung einer alternativen Methode zur Bestimmung von Emissionsgraden von technischen Oberflächen. Der Vorteil dieser Prüfmethode ist die Verwendung von größeren Prüfkörpern im Vergleich zu den klassischen optischen Methoden. Erste Versuche konnten die Brauchbarkeit des Messprinzips bestätigen. Die konsequente Weiterentwicklung der Messmethode sowie die Minimierung der Messunsicherheiten wird das Verfahren zur Bestimmung des Emissionsgrades mit dem Zweiplattenapparat weiter qualifizieren.

Roland Schreiner

Nach dem Abschluss des Studiums der Lebensmitteltechnologie an der Technischen Universität München als Diplom-Ingenieur wissenschaftliche Tätigkeit im FIW München.

Verantwortlich für die Prüflabore von technischen Dämmungen sowie die Betreuung von wärmeschutztechnischen Berechnungen. Autor von mehreren Veröffentlichungen in branchenspezifischen Zeitschriften. Leitung von und Mitarbeit in nationalen und europäischen Gremien mit dem Fokus der Qualifizierung von Dämmstoffen und Dämmsystemen für technische Anwendungen.

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Karin Wiesemeyer1.2 Vergleich der wärmeschutztechnischen Berechnungsmethoden von VDI 2055, EN ISO 12241 und ASTM C 680

Inhalt

Es sind verschiedene Berechnungsmethoden zur Bestimmung der Wärmeverluste von betriebstechnischen Anlagen vorhanden. Der Vortrag behandelt die Frage, ob die Berechnungsnormen zu gleichen oder unterschiedlichen Ergebnissen führen. Die Unterschiede werden zunächst theoretisch und dann in zwei Beispielen dargestellt.
Der größte Unterschied liegt in der Berechnung des äußeren Wärmeübergangskoeffizienten. Dieser beeinflusst wiederum deutlich die Oberflächentemperatur.
Aufgrund der Unterschiede in den Normen sollte ein Planer oder Anlagenbauer immer nach der angefragten Norm berechnen, da mitunter große Unterschiede entstehen können, wenn z. B. nach der Oberflächentemperatur ausgelegt wird.

Karin Wiesemeyer

Nach dem Abschluss des Studiums „Energiesystemtechnik“ an der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld im Jahr 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH mit Projekten im Bereich der Energieeffizienz in der Industrie und in den Kommunen. Seit 04/2011 als Ingenieurin im FIW München im Bereich des technischen Wärmeschutzes tätig. Hauptaufgaben sind wärmeschutztechnische Berechnungen sowie Finite-Elemente-Berechnungen und die Betreuung der Prüfungen im Bereich der technischen Dämmungen.

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Robert Hofmockel1.3 Feuchteeinfluss auf technische Dämmsysteme

Inhalt

Feuchte ist, obwohl gut erforscht und verstanden, noch immer ein großes Problem in der industriellen Dämmung. Das Wasser kann durch Öffnungen oder Diffusion in das Dämmsystem gelangen und führt dort zu Problemen wie der Verschlechterung der Wärmeleitfähigkeit, höherem Gewicht der Dämmkonstruktion oder zu Korrosion unter der Dämmung. Die Schäden dadurch sind enorm und können mithilfe entsprechender Maßnahmen eingedämmt werden.

Robert Hofmockel

Nach dem Abschluss des Master of Science: Nanostrukturtechnik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg im Jahr 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter des FIW München. Er arbeitet im Bereich des technischen Wärmeschutzes. Aufgaben sind die Durchführung von Qualitätsüberwachungen und Auftragsmessungen technischer Dämmstoffe sowie die Auditierung im Rahmen der CE-Kennzeichnung bei nationalen und internationalen Kunden.

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Roxana Künzel1.4 Messung der spezifischen Wärmekapazität an ganzen Dämmplatten im Wärmeleitfähigkeits-Plattengerät

Inhalt

Das vorgestellte Messverfahren bietet eine neue Möglichkeit zur Messung der spezifischen Wärmekapazität von Dämmstoffen an ganzen Platten. Die Messungen können an herkömmlichen Messplattengeräten durchgeführt und mit einem einfachen Verfahren ausgewertet werden. Anhand beispielhafter Messungen, die an XPS, Mineralwolle und Holzfaserdämmstoffplatten durchgeführt wurden, werden Einschränkungen dieses Verfahrens diskutiert.

Roxana Künzel

Roxana Künzel kommt aus einer Familie mit langer Bauphysik-Tradition. Sie hat ihre Abschlussarbeit im Rahmen des Bachelorstudiengang „Ingenieurwissenschaften“ an der Paris Lodron Universität Salzburg am FIW München durchgeführt. Derzeit studiert sie im Masterstudiengang „Medizintechnik“ an der Technischen Universität München.

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2. Hochleistungsdämmstoffe

 

Dr.-Ing. Sebastian Treml2.1 Vakuum-Isolations-Paneele in der Bauanwendung: Vergleichsverfahren zur künstlichen Alterung mit diversen relativen Feuchten und Temperaturen - Hochrechnung zur Lebensdauer in verschiedenen Umgebungen

Inhalt

In dem Vortrag werden Alterungsuntersuchungen an Vakuumisolationspaneelen vorgestellt. Auf Basis einer künstlichen Alterung durch Lagerung bei unterschiedlichen Temperaturen und Feuchtebedingungen werden in Kombination mit hygrothermischen Simulationen für exemplarische Anwendungsfälle Modelle für die Entwicklung des Druckanstiegs in den Paneelen als Funktion der Nutzungsdauer entwickelt. Die vorgestellten Ergebnisse sind ein Beitrag zur Entwicklung geeigneter Methoden zur künstlichen Alterung von Vakuumisolationspaneelen sowie zur Ableitung sinnvoller Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit über die angestrebte Nutzungsdauer.

Dr.-Ing. Sebastian Treml

Nach dem Abschluss einer Schreinerlehre nahm er das Studium der Holztechnik an der FH Rosenheim auf. Von 2007 bis 2013 arbeitet er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Holzforschung München der TU München in Arbeitsgruppe „Werkstoffe“. 2010 promovierte er im Rahmen von Projekttätigkeiten im Bereich Dämmstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe an der TU München. Seit 2013 ist er Mitarbeiter am FIW München, Abteilung Forschung und Entwicklung. Seine Schwerpunkte der Tätigkeit am FIW München sind die Prüfungen an Abdichtungsbahnen (Unterspannbahnen, etc.), die Normungsarbeit (national und international) sowie die Beantragung und Entwicklung von diversen Forschungsprojekten. Unter anderem ist er ein Mitautor der Metastudie Dämmstoffe.

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Christine Maderspacher2.2 IEA Annex 65: Rundversuche für Hochleistungsdämmstoffe und erste Ergebnisse

Inhalt

Der Annex 65 mit dem Titel „Long-Term Performance of Super-Insulating Materials in Building Components & Systems“ ist eines von vielen Forschungsvorhaben der Internationalen Energie Agentur (IEA). Ziel des Annex 65 ist der vermehrte Einsatz von Hochleistungsdämmstoffen und somit die Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebereich. Zu den Aufgaben des FIW Münchens gehören, neben der Leitung und Koordination des Teilprojekts zur Charakterisierung von Hochleistungsdämmstoffen, die Untersuchung sinnvoller Alterungsmethoden sowie die Ableitung geeigneter Prüf- und Berechnungsmethoden durch Untersuchung der Randbedingungen ihrer Einsatzgebiete.
Dazu wurde im Rahmen dieses Forschungsprojektes ein großer Rundversuch gestartet, bei dem verschiedene Vakuumisolationspaneele (VIP) und Aerogel-Dämmstoffe an insgesamt 22 teilnehmenden Prüfinstituten und Forschungseinrichtungen getestet werden. Um das Langzeitverhalten der Wärmeleitfähigkeit der Produkte bewerten zu können, werden die Prüfungen nach mehreren Alterungsschritten in der Klimalagerung wiederholt.

Christine Maderspacher

Sie studierte Innenausbau an der Fachhochschule Rosenheim mit Schwerpunkt Bauphysik und Bauen im Bestand. Während ihres Studiums war sie als wissenschaftliche Hilfskraft am Fraunhofer Institut für Bauphysik in Holzkirchen, wo sie auch Ihre Diplomarbeit absolvierte.
Ab 2011 war sie planend und beratend für den Bereich Bauphysik in einem Ingenieurbüro in Zürich tätig. Danach arbeitete sie in einem Münchener Beratungsunternehmen im Bereich Nachhaltigkeitszertifizierungen nach DGNB und LEED.
Seit 2014 ist Frau Maderspacher am FIW München in der Abteilung Forschung und Entwicklung im Wärmeschutz tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Hochleistungsdämmstoffe, Innendämmsysteme sowie Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

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Gerald Coy2.3 Druckfestigkeitsmessung von Vakuum-Isolations-Paneelen

Inhalt

Das Druckverhalten von Vakuumpaneelen nach EN 826 unterscheidet sich deutlich von dem klassischer homogener Dämmstoffe. Aufgrund von Unebenheiten und den vorhandenen Foliennähten existiert ein langer Anfangsbereich im Spannungs-Dehnungs-Diagramm. Des Weiteren weist das Druckverhalten keinen linearen Bereich auf, wodurch eine klassische Festlegung des „Verformungsnullpunkts“ nicht möglich ist. All diese Punkte fordern eine genauere Untersuchung des Druckverhaltens von Vakuumpaneelen sowie das Erarbeiten neuer Ansätze bei der Prüfmethode.

Gerald Coy

Nach dem Abschluss des Studiums „Energie- und Umwelttechnik“ an der Hochschule Amberg ist er seit 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Überwachung und Prüfung von Dämmstoffen des FIW München.

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Christoph Sprengard2.4 Hürden bei der Markteinführung innovativer Hochleistungsdämmstoffe

 

Innovative Hochleistungsdämmstoffe sog. „Superinsulating Materials – SIM“ sind Materialien, die sich von etablierten Dämmstoffen durch eine deutlich niedrigere Wärmeleitfähigkeit unterscheiden. Im Vortrag wird die Funktionsweise erklärt und die Historie der Verwendung dieser Produkte für die Dämmung im Bauwesen und in der Technik gezeigt. Um mit einem solchen Material auf den Markt zu kommen, müssen eine ganze Reihe von Hürden überwunden werden. Das sind in weiten Teilen ähnliche Hürden wie bei der Markteinführung von Weiterentwicklungen konventioneller Dämmstoffe, z. B. technische und baurechtliche Hürden sowie Wirtschaftlichkeitsüberlegungen und Hürden in Marketing und Vertrieb, aber ganz speziell auch Fragestellungen die sich aus den Eigenschaften und der Struktur der neuen Stoffe ergeben. So können beispielsweise langjährig erprobte Mess- und Berechnungsverfahren mit den neuen Materialien an ihre Grenzen gelangen oder Befestigungslösungen verändert werden müssen.

Christoph Sprengard

Christoph Sprengard, Jahrgang 1973, studierte Bauingenieurwesen an der Universität Kaiserslautern und ist seit 2001 im FIW München beschäftigt. Er leitet dort die Abteilung „Forschung und Entwicklung“. Herr Sprengard führte zahlreiche Forschungsvorhaben zu einer Vielzahl an Themen des baulichen Wärme- und Feuchteschutzes durch und begleitete den Markteintritt für innovative Bauprodukte. Derzeitige Forschungsschwerpunkte sind die Weiterentwicklung von Vakuum-Isolations-Paneelen (VIP), Fragestellungen zur Innendämmung und die Energieeffizienz der Gebäudehülle im Neu- und Altbau.

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3. Praktischer Wärme- und Feuchteschutz

 

 

Holger Simon3.1 Innendämmung: Stand der Messungen und Berechnungen an Materialien, Systemen und großformatigen Bauteilen

Inhalt

Das vorgestellte Projekt behandelt die Energieeffizienzsteigerung durch Innendämmsysteme und hat eine Laufzeit von Oktober 2014 bis September 2017. Es wird ein Teilaspekt der Forschungsarbeit vorgestellt, nämlich der aktuelle Stand der Untersuchung an den Wärmebrücken mit Innendämmung.

Der Vortrag behandelt die beiden Schwerpunkte „Messung und Nachberechnung an großformatigen Bauteilen“ und „Korrelation zwischen 2-D- und 3-D-Berechnungen“. Der erste Teil des Vortrags geht speziell auf die Herstellung und den Umgang mit einem besonders großen Prüfkörper ein. Der zweite Teil erläutert, anhand von beispielhaften 2-D- und 3-D-Berechnungen, die Vorgehensweise der Untersuchung zu den Korrelationsfaktoren.

 

Holger Simon

Der studierte Bauingenieur hat den Master of Building Physics (M. BP.) an der Universität Stuttgart erfolgreich neben seiner Tätigkeit als Ingenieur in der Forschung und Entwicklung des FIW München erworben. Seit 2008 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter, seine Aufgaben umfassen die Durchführung von Finite-Elemente-Berechnungen und Simulationen.

Zu den weiteren Aufgaben gehören die Abwicklung von Forschungsprojekten und die Unterstützung bei Neuentwicklungen für die Kerndämmung.

Zuletzt: Abschluss des Projektes „Wärmebrückenwirkung der Dübel in WDVS bei verminderter Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs“.

Derzeit: Projekte u. a. zum Thema „Energieeffizienzsteigerung durch Innendämmsysteme - Anwendungsbereiche, Chancen und Grenzen Dauerhaftigkeit und Alterung von Baustoffen“.

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Max Engelhardt3.2 Gefachdämmstoffe: Messkonzept und Erkenntnisse zur Funktionstüchtigkeit nach drei Wintern

Inhalt

Das vorgestellte Projekt soll als ein klassisches Beispiel die Möglichkeiten von messtechnisch gestütztem Bauteil-Monitoring aufzeigen.
Die Messobjekte waren hier eine Außenwandkonstruktion sowie eine Flachdachkonstruktion in einer bewusst die Regeln der Technik verletzenden Ausführung. Dabei wurden verschiedene Gefachdämmstoffe in der Holzständerkonstruktion eingesetzt und verglichen. Mithilfe des umgesetzten Messkonzeptes kann das hygrothermische Verhalten der betrachteten Gebäudehülle analysiert und die Gebrauchstauglichkeit bewertet werden.

Max Engelhardt

Max Engelhardt studierte „Industrial Engineering für das holzbe- und verarbeitende Gewerbe“ (Studiengang „Holztechnik“) an der Fachhochschule Rosenheim. Seit 2013 ist er als Ingenieur in der Forschung und Entwicklung des FIW München tätig und dort Projektmanager und Sachbearbeiter für öffentlich und privatwirtschaftlich geförderte Forschungsprojekte.

Außerdem gehören beispielsweise Tätigkeiten im Bereich der Finite-Elemente-Analyse, die Betreuung der Differenzklimaprüfstände oder die Bestimmung wärme- und feuchteschutztechnischer Kennwerte von Dämm- und Baustoffen zu seinem Tagesgeschäft.

Zuletzt: Abschluss der Entwicklungsarbeit und den begleitenden Untersuchungen zum „WDVS-Tacho“.

Derzeit: Projekte zum Thema Dauerhaftigkeit und Alterung von Baustoffen.

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Florian Kagerer3.3 Wirtschaftliches Bauen und Sanieren: hochwärmedämmende und wirtschaftliche Gebäudehüllen

Inhalt

Mit der EnEV 2014/2016 und der nationalen Umsetzung der EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie steigen die Anforderungen an die energetische Qualität der Gebäudehülle und die Effizienz der Energieversorgung. Auf der Basis von aktuellen Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit von energetischen Maßnahmen werden die Auswirkungen der aktuellen ordnungspolitischen Entwicklungen auf den energetischen Standard von Gebäudehülle und Versorgung dargestellt und analysiert.

Florian Kagerer

Florian Kagerer studierte Architektur an der TU München und absolvierte berufsbegleitend das Fernstudium „Energiemanagement“ an der Universität Koblenz-Landau. Von 2006 bis 2014 war er 8 Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg im Bereich „thermische Anlagen und Gebäudetechnik“ mit den Schwerpunkten energieeffiziente Gebäude, Wohnungsbau, Stadtquartiere und Wärmenetze. Leitung von national und europäisch geförderten Projekten in Zusammenarbeit mit Industrie und öffentlichen Auftraggebern. Zuletzt verantwortlich bei der Stadt Freiburg für die Themengebiete Klimaschutz und Energiewirtschaft. Seit April 2016 Mitarbeiter im FIW München.

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Roland Schreiner3.4 Energieeffizienzklassen der VDI 4610: Beispiel Rohrdämmungen in der EnEV

Inhalt

Die Klassifizierung von technischen Dämmsystemen mit Hilfe von sieben Energieeffizienzklassen wird vorgestellt. Die VDI Richtlinie 4610 ist hier das Grundlagendokument. Die Anwendung auf Rohrdämmungen in der technischen Gebäudeausrüstung zeigt eine mögliche Weiterentwicklung der EnEV in Bezug auf Energieeffizienz und Berücksichtigung von anlagenbedingten Wärmebrücken auf.

Roland Schreiner

Nach dem Abschluss des Studiums der Lebensmitteltechnologie an der Technischen Universität München als Diplom-Ingenieur wissenschaftliche Tätigkeit im FIW München. Verantwortlich für die Prüflabore von technischen Dämmungen sowie die Betreuung von wärmeschutztechnischen Berechnungen. Autor von mehreren Veröffentlichungen in branchenspezifischen Zeitschriften. Leitung von und Mitarbeit in nationalen und europäischen Gremien mit dem Fokus der Qualifizierung von Dämmstoffen und Dämmsystemen für technische Anwendungen.

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4. Neues aus der Normung

Christoph Sprengard4.1 Produktnorm Vakuum-Isolations-Paneele für Bauanwendungen

Inhalt

Das FIW München hat Vakuum-Isolations-Paneele für den Baubereich seit 2001 auf ihrem Weg von einzelnen Demovorhaben über Produktentwicklungen und die ersten erteilten Zulassungen 2007 begleitet. An diese Entwicklung von einem exotischen Produkt zu einem zugelassenen und überwachten Dämmstoff schließt sich der nächste logische Schritt an: die Erarbeitung einer Produktnorm. Ersten losen Treffen interessierter Kreise im Jahr 2011 folgte die Gründung von unterschiedlichen Arbeitsgruppen bei CEN und ISO und der offizielle Start des Normungsprozesses 2013. Im Vortrag werden die einzelnen Bestandteile des Normenentwurfs und der weitere Zeitplan vorgestellt.

Christoph Sprengard

Christoph Sprengard, Jahrgang 1973, studierte Bauingenieurwesen an der Universität Kaiserslautern und ist seit 2001 im FIW München beschäftigt. Er leitet dort die Abteilung „Forschung und Entwicklung“. Herr Sprengard führte zahlreiche Forschungsvorhaben zu einer Vielzahl an Themen des baulichen Wärme- und Feuchteschutzes durch und begleitete den Markteintritt für innovative Bauprodukte. Derzeitige Forschungsschwerpunkte sind die Weiterentwicklung von Vakuum-Isolations-Paneelen (VIP), Fragestellungen zur Innendämmung und die Energieeffizienz der Gebäudehülle im Neu- und Altbau.

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Dr. rer. nat. Andreas Schmeller4.2 Wärmeleitfähigkeit: Bestimmung des Bemessungswertes auf der Basis des Nennwertes

Inhalt

Nach einem EuGH-Urteil vom 16.10.2014 darf es zu den harmonisierten europäischen Normen keine nationalen Regelungen geben, die den harmonisierten europäischen Normen widersprechen.

Daher besteht die Notwendigkeit, die deutschen nationalen technischen Regeln für die Bemessung der Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108-4 in Einklang mit den Definitionen der harmonisierten europäischen Dämmstoff-Normen zu bringen.

Dazu wurden Daten der werkseigenen Produktionskontrolle einer Vielzahl europäischer und deutscher Dämmstoffhersteller in einer Studie ausgewertet. Anhand der Daten soll gezeigt werden, wie groß heute der Abstand zwischen Bemessungswert und λ90/90-Werten für europäisch geregelte Dämmstoffe mit λD-Wert ist.

Das Ziel ist, auf Grundlage der heutigen Erfahrungen einen neuen Bemessungszuschlag in einer Überarbeitung der DIN 4108-4 fachlich richtig festsetzen zu können, der zugleich mit den harmonisierten europäischen Dämmstoff-Normen konform ist.

Dem Thema Überarbeitung der DIN 4108-4 sind zwei Vorträge gewidmet. Der Teil von Dr. Andreas Schmeller beleuchtet die Hintergründe und geht auf die Auswertung der Daten ein.

Im anschließenden Teil „Die neue DIN 4108-4 nach dem EuGH-Urteil“ von Wolfgang Albrecht wird dann die Festlegung der neuen Bemessungswerte im Rahmen der Normungsarbeit vorgestellt.

Dr. rer. nat. Andreas Schmeller

Andreas Schmeller studierte und promovierte in Chemie an der LMU München. Seit 2015 ist er in der Abteilung Zertifizierung tätig. Neben der Zertifizierungstätigkeit bearbeitet er verschiedene Projekte, wie beispielsweise die “Studie zum Bemessungswert ausgehend vom Nennwert der Wärmeleitfähigkeit“.

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Wolfgang Albrecht4.3 Die neue DIN 4108-4 nach dem EuGH-Urteil

Inhalt

Das FIW München und zwei weitere Materialprüfungsanstalten wurden gebeten den heutigen Stand der Wärmeleitfähigkeitsstatistiken der Dämmstoffhersteller zusammenzufassen und daraus einen europarechtskonformen Vorschlag für die Anwendungsnorm DIN 4108-4: Bemessungswerte für wärmeschutztechnische Berechnungen abzuleiten.

 

 

Nach dem ersten Teil von Dr. Andreas Schmeller, der hauptsächlich auf die Auswertung der Daten einging, werden im anschließenden Teil die Festlegung der neuen Bemessungswerte im Rahmen der Normungsarbeit und „Die neue DIN 4108-4 nach dem EuGH-Urteil“ vorgestellt.

Das Problem bestand hauptsächlich darin, einen sachlich gerechtfertigten Kompromiss zu finden zwischen den berechtigten Interessen der Hersteller und dem Sicherheitsniveau, das die deutsche Bauaufsicht vorgab und seit Jahren gewohnt war.
Die Hersteller wollten streng nach EN 10456 vorgehen. Das hätte bei nichthygroskopischen Dämmstoffen einen Zuschlag von 0 % bedeutet und bei hygroskopischen Dämmstoffen einen Zuschlag von 2 %, abgeleitet aus den alten Erfahrungen der DIN 4108-4.

Bei der Suche nach einem Kompromiss kam uns zur Hilfe, dass einige Stoffgruppen wie Mineralwolle, PU und XPS traditionell 1 mW/(m·K) Abstand zwischen λD und λBemessung machten und so auf das Etikett druckten. Das bestätigten auch die Auswertungen von Dr. Schmeller für die meisten Dämmstofftypen. Manchmal allerdings, wenn es sehr knapp wurde, einen gewünschten Bemessungswert zu erreichen, wie bei sehr niedrigen Wärmeleitfähigkeitsstufen oder bei Wärmedämmstoffen, die auch mechanische Eigenschaften erfüllen müssen, legten die Hersteller den λ90/90 -Wert zwischen den λgrenz und ­Bemessung, sodass der Abstand nicht mehr 5 % betrug. Deshalb mussten wir das System ausreizen und versuchen alle Spielräume auszunutzen.

In den europäischen λD-Werten steckt die Aufrundung des λ90/90-Wert auf die nächste mW-Stufe drin. Das macht je nach λ90/90-Wert (0,1 – 0,9) mW/(m·K) aus und/oder umgerechnet ca. 1,7 %. Der Unterschied zwischen λD-Wert und λBemessung betrug mit freiwilliger, historisch bedingter Überdeklarationen im Mittel 4,0 % und ohne Überdeklarationen 3,2 %. Zählt man diese beiden Abstände zusammen zu einem Sicherheitsbeiwert, so erreicht man in etwa das alte Sicherheitsniveau von 5 %.

Für PU-Ortschaum mit den Unwägbarkeiten auf der Baustelle und für Dämmstoffe, für die keine Herstellerwerte zur Verfügung gestellt wurden, sind Sonderlösungen von 10 % bzw. 20/23 % gefunden worden. Um das Ganze praktikabel und für den Planer leicht umsetzbar zu machen, wurden folgende Festlegungen getroffen:    

nicht hygroskopische DS    
λ · 1,03   aber mind.  1 mW/(m·K)    
im Bereich λD: 16 – 49 mW/(mK)

hygroskopische DS
λ · 1,05   aber mind. 2 mW/(m·K)
im Bereich λD: 30 – 49 mW/(m·K)

PU-Ortschaum
λ ·1,10 aber mind. 3 mW/(m·K)
im Bereich λD: 25 – 35 mW/(m·K)

DS ohne Nachweise
λ ·1,20 aber mind. 4 mW/(m·K)    
im Bereich λD: 20 – 22 mW/(m·K) (Beispiele: dispergierter PU-Schaum und Kork)

Hygrosk. DS ohne NW
λ ·1,23 aber mind. 9 mW/(m·K)    
im Bereich λD: 401) mW/(m·K)

Damit schaffen wir eine sehr einfache und leicht umzusetzende Regelung, die bei allen relevanten Kreisen im Normenausschuss von den Herstellern bis zur Bauaufsicht Zustimmung fand.

Für die Hersteller vereinfacht sich die Kennzeichnung, da ab dem 16. Oktober 2016 nur noch λD auf dem Etikett steht.

Für λ Bemessung ist der Planer verantwortlich (wie bisher auch schon). Die Hersteller werden den Planer aber voraussichtlich weiter unterstützen, indem Sie auf den Internetseiten und in Druckschriften auf die Bemessungswerte und das Umrechnungsverfahren hinweisen.

Mit dieser Regelung ist dem Normenausschuss ein guter Kompromiss gelungen, der sachlich begründet ist und keine Verwerfungen zu der derzeitigen Praxis mit sich bringt. Deshalb können alle Beteiligten voraussichtlich gut damit leben.

Zeitplan: Der Entwurf ist seit dem 3. Juni 2016 veröffentlicht und die Einspruchsfrist läuft bis zum 3. August 2016. Im September 2016 findet die Einspruchssitzung statt. Wenn es keine grundlegenden Einsprüche gibt, könnte die Norm im Herbst oder zur Jahreswende vorliegen. Die Bauaufsicht kann aber auch schon den Normentwurf in der neuen Verwaltungsvorschrift Technisches Bauen (VVTB) in Bezug nehmen.

 

Wolfgang Albrecht

Wolfgang Albrecht studierte Physikalische Technik und Physikalische Chemie an der Fachhochschule München. Seit 1981 ist er im FIW München tätig. Von 1981 – 2003 leitete er das Labor zur Messung der Wärmeleitfähigkeit. Von Anfang an ist er auch in der Fremdüberwachung von Wärmedämmstoffen tätig. Im Jahr 2000 übernahm er die Abteilungsleitung für Wärmedämmstoffe im Hochbau. Ab 2012 zeichnet er sich nun verantwortlich für die neu gegründete Abteilung „Zertifizierung“. Zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge zu Dämmstoffeigenschaften und zur Anwendung von Wärmedämmstoffen sowie die Mitarbeit in nationalen und internationalen Normungsausschüssen machen ihn zu einem der anerkanntesten Experten im Bereich der Dämmstoffe.

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Claus Karrer4.4 Zertifizierung und weiteres Vorgehen bei Dämmstoffen

Inhalt

Die Europäische Bauproduktenverordnung verlangt, dass nationale Anforderungen an Bauprodukte ausschließlich über bestehende europäische Grundlagen, i. d. R. über harmonisierte Europäische Produktnormen, definiert werden.

 

 

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes gegen die Bundesrepublik Deutschland vom 16. Oktober 2014 unterstreicht diese Forderung und verlangt die Umsetzung innerhalb einer 2-Jahresfrist.

Die bauaufsichtlichen Regelungen für Wärmedämmstoffe verändern sich zum 16. Oktober 2016 dadurch tief greifend.

Der Vortrag versucht, diese Änderungen zusammenzufassen und Alternativen für eine Überwachung / Zertifizierung vorzustellen.

 

Claus Karrer

Claus Karrer studierte Maschinenbau an der FH München. Im Anschluss an sein Studium im Jahr 1983 fing er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im FIW München an. Seit 2012 ist er Abteilungsleiter der Prüf- und Überwachungsstelle für wärmedämmende Materialien im Gebäude. In Rahmen seiner Tätigkeit hat er sich in den letzten Jahren auch intensiv an der Erstellung von Zertifizierungsprogrammen für Wärmedämmstoffe beteiligt.

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